Als Selbstständiger haben Sie wenig Zeit und ein begrenztes Budget. Trotzdem erwarten potenzielle Kunden, dass sie Sie online finden. Viele schieben die Website deshalb auf, weil sie zu aufwendig oder zu teuer wirkt. Dabei brauchen Sie am Anfang keine große Seite mit zwanzig Unterseiten. Entscheidend ist, dass die Website das Wichtige klar und vertrauenswürdig zeigt.
Brauchen Selbstständige überhaupt eine Website?
In den meisten Fällen ja. Wer Sie empfohlen bekommt, schaut meistens zuerst im Internet nach: Was bieten Sie an? Wirken Sie seriös? Wie erreiche ich Sie? Ohne Website fehlt diese Antwort, und der Kunde fragt im Zweifel beim Nächsten an. Außerdem ist eine eigene Website die einzige Fläche, die Ihnen wirklich gehört. Social-Media-Profile können sich ändern oder verschwinden.
Diese Seiten brauchen Sie wirklich
Für den Start reichen meist vier Seiten:
Startseite: Sie erklärt in wenigen Sätzen, was Sie anbieten, für wen und was der nächste Schritt ist.
Leistungen: Hier beschreiben Sie, was Sie konkret tun. Bei mehreren Angeboten ist je eine eigene Seite sinnvoll, auch für Google.
Über mich: Menschen kaufen von Menschen. Ein Foto, Ihr Werdegang und Ihre Arbeitsweise schaffen Vertrauen.
Kontakt: Formular, E-Mail, Telefonnummer und gegebenenfalls Standort. Es sollte keine Hürde geben.
Dazu kommen die gesetzlich geforderten Seiten (siehe unten).
Was auf jeder Seite stehen sollte
Eine klare Botschaft
Besucher entscheiden in Sekunden, ob sie bleiben. Die erste Überschrift sollte deshalb sagen, was Sie tun und für wen, zum Beispiel „Steuerberatung für Handwerksbetriebe in Hamburg“ statt „Herzlich willkommen“.
Eine Handlungsaufforderung
Jede Seite sollte einen nächsten Schritt anbieten: anrufen, schreiben, Termin anfragen. Ein sichtbarer Button ist besser als eine versteckte Adresse im Footer.
Vertrauenssignale
Referenzen, Kundenstimmen, Zertifikate oder bekannte Auftraggeber helfen enorm. Verwenden Sie nur echte Aussagen und fragen Sie vorher um Erlaubnis.
Rechtliches: Das ist Pflicht
Dieser Teil ist keine Rechtsberatung, zeigt aber, was Sie auf dem Schirm haben sollten:
Impressum: Geschäftsmäßige Websites in Deutschland brauchen ein Impressum mit Namen, Anschrift und Kontaktmöglichkeiten. Die Grundlage ist seit 2024 das Digitale-Dienste-Gesetz (DDG), das das Telemediengesetz ersetzt hat. Je nach Beruf kommen weitere Angaben hinzu, etwa Kammer oder Umsatzsteuer-ID.
Datenschutzerklärung: Sobald Ihre Website Daten verarbeitet, etwa über ein Kontaktformular oder Server-Logs, müssen Sie nach DSGVO darüber informieren.
Cookie-Einwilligung: Brauchen Sie nur, wenn Sie Tracking, Werbung oder externe Dienste einsetzen, die Daten auf dem Gerät speichern oder auslesen. Die Regeln dazu stehen im TDDDG, dem Nachfolger des TTDSG. Wer darauf verzichtet, braucht oft auch keinen Cookie-Banner.
Lassen Sie diese Texte bei Unsicherheit von einem Fachanwalt oder einem geprüften Generator erstellen.
Technik: Was wirklich zählt
Mobile Darstellung: Viele Besucher kommen vom Smartphone. Die Seite muss dort sofort lesbar und bedienbar sein.
Ladezeit: Lange Wartezeiten kosten Besucher und schaden dem Ranking.
HTTPS: Ein gültiges SSL-Zertifikat ist heute Standard.
Auffindbarkeit: Sinnvolle Seitentitel, saubere Struktur und ein eigener Eintrag bei Google (Unternehmensprofil) bringen oft mehr als aufwendige Technik. Besonders wichtig ist das für lokale Anbieter.
Was Sie am Anfang nicht brauchen
Einen eigenen Shop, wenn Sie Dienstleistungen verkaufen
Chatbots und aufwendige Animationen, die eher ablenken
Einen Blog, den Sie nicht pflegen. Lieber ein Beitrag im Monat, der wirklich hilft, als zwanzig veraltete.
Social-Media-Feeds, die die Seite langsamer machen
Zehn Unterseiten, nur damit die Seite „groß“ wirkt
Eine kleine, klare Website mit gutem Text ist wirkungsvoller als eine große, unübersichtliche.
Typische Fehler
Die Seite ist nicht für Smartphones optimiert.
Es fehlt eine klare Aussage, was angeboten wird.
Der Kontaktweg ist versteckt oder zu kompliziert.
Impressum und Datenschutzerklärung fehlen oder sind veraltet.
Fotos und Texte stammen aus Vorlagen und wirken austauschbar.
Die Seite wird nie aktualisiert.
Was kostet das?
Eine einfache, individuell gestaltete Website für Selbstständige ist deutlich günstiger als eine große Firmenseite. Wovon der Preis genau abhängt, lesen Sie in meinem Beitrag Website erstellen lassen: Kosten, Ablauf & Tipps.
Checkliste für Ihre Website
[ ] Klare Überschrift: Was biete ich an, und für wen?
[ ] Leistungen verständlich beschrieben
[ ] Kontaktformular, Telefonnummer, E-Mail
[ ] Referenzen oder Kundenstimmen
[ ] Mobil getestet, schnelle Ladezeit
[ ] Google-Unternehmensprofil angelegt
Fazit
Als Selbstständiger brauchen Sie keine perfekte Website, sondern eine klare, schnelle und vertrauenswürdige. Konzentrieren Sie sich auf das, was Kunden wirklich wissen wollen, und bauen Sie später aus, wenn es nötig wird.
Sie möchten wissen, was Ihre Website wirklich braucht? Schreiben Sie mir über das Kontaktformular. Ich berate Sie unverbindlich.